Was ist ein Product Carbon Footprint?

Der Product Carbon Footprint (PCF) ermöglicht es Ihnen, einen Überblick über alle Treibhausgasemissionen zu erhalten, die mit der Herstellung Ihres Produktes in Zusammenhang stehen.

Die gesamte Wertschöpfungskette kann dabei betrachtet werden: Vom Abbau, Herstellung und Transport der Rohstoffe und Vorprodukte, über Produktion, Lagerung und Distribution bis hin zur Nutzung des Produktes und schlussendlich seiner Entsorgung bzw. Wiederverwertung.

Es handelt sich somit um eine Art der Lebenszyklusanalyse oder Life Cycle Assessment (LCA), die sich speziell auf die Klimawirkung Ihres Produktes konzentriert. Die Systemgrenzen können hierbei unterschiedlich gesetzt werden – abhängig von Ihren Zielen und Anforderungen, beispielsweise nach den Ansätzen:

– „Cradle-to-Gate“: „Von der Wiege bis zum Werkstor“ berücksichtigt alle Prozessschritte bis zu dem Punkt, an dem das Produkt Ihre Werkstore verlässt
– „Cradle-to-Grave“: „Von der Wiege bis zur Bahre“ umfasst zusätzlich die Distribution, Nutzung und Entsorgung oder Wiederverwertung Ihres Produktes

Bei einem PCF werden nicht nur CO2-Emissionen betrachtet. Auch andere klimarelevante Gase wie Methan, Distickstoffoxid, fluorierte Kohlenwasserstoffe und Schwefelfluoride spielen eine Rolle. Diese Emissionen werden je nach Ihrem Treibhauspotential in Kohlendioxid-Äquivalente umgerechnet und in die Klimabilanz miteinbezogen. Das Treibhauspotential oder Global Warming Potential (GWP) beschreibt, wie stark eine bestimmte Masse eines Gases im Vergleich zur gleichen Masse CO2 zur globalen Erwärmung beiträgt. So hat beispielsweise eine Tonne Methan eine 28-mal höhere Wirkung auf den globalen Treibhausgaseffekt als eine Tonne Kohlenstoffdioxid.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ausschließlich gezielt ausgewählte Prozessschritte zu betrachten. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten partiellen Product Carbon Footprint.

 

Warum ist ein Product Carbon Footprint sinnvoll?

Immer mehr Firmen entscheiden sich für die Ermittlung ihrer CO2-Emissionen als Ausganspunkt für ihr Engagement im Klimaschutz. Die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen eines Produktes oder einer Dienstleistung, auch Klimabilanz genannt, erlaubt es Ihnen, Prozesse zu vergleichen, Maßnahmen zu entwickeln und die CO2- und Energieeffizienz Ihres Produktes zu steigern.

Vier gute Gründe für einen Product Carbon Footprint:

1. Klimamanagement: Nutzen Sie die Klimabilanz als Management-tool und nehmen Sie neue Marktchancen und regulatorische Anreize wahr. Erkennen und minimieren Sie frühzeitig klimabedingte und regulatorische Risiken wie Materialverfügbarkeit und schwankende Energiekosten.

2. Kosteneffizienz: Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Wertschöpfungskette Ihres Produktes ist nicht nur gut für das Klima – Effizienzsteigerung mindert auch die Produktionskosten. Mit den Informationen aus der Lebenszyklusanalyse können Sie Potentiale erkennen, Reduktionsziele bestimmen, Strategien entwickeln und Fortschritte nachvollziehen.

3. Wettbewerbsvorteil: Immer mehr Kaufentscheidungen werden unter Berücksichtigung von Umwelt- und Klimaauswirkungen getroffen. Heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab, indem Sie den Umwelteinfluss Ihrer Produkte senken und zeigen, dass Klimaschutz in Ihrer Unternehmensphilosophie eine entscheidende Rolle spielt. Durch erhöhte Transparenz steigern Sie die Attraktivität Ihres Produktes und erhöhen dadurch Ihre Kundenbindung.

4. Anforderungen erfüllen: Die nationalen und internationalen Anforderungen, wie das Paris Abkommen oder die erwartete Erweiterung der EU-Berichtspflicht nehmen stetig zu und werden immer konkreter. Damit steigen auch die Forderungen verschiedener Stakeholder wie Investoren, Zulieferern, Kunden und Konsumenten. Stärken Sie Partnerschaften durch das gemeinsame Engagement für den Klimaschutz.

 

Wie berechnet man einen Product Carbon Footprint?

Sie haben grundsätzlich die Wahl zwischen zwei etablierten Standards:

1. Dem GHG Protocol Life Cycle Accounting and Reporting Standard und
2. der DIN EN ISO 14067: Treibhausgase – Carbon Footprint von Produkten – Anforderungen und Leitlinien für die Quantifizierung

Die AUDIT GmbH empfiehlt in der Regel die Anwendung der ISO-Norm 14067. Die Norm definiert klare Anforderungen und Leitlinien für die Bestimmung des Carbon Footprints von Produkten. Sie entspricht in Ihrem Aufbau und Struktur den Richtlinien einer Ökobilanz nach DIN EN ISO 14040 und 14044, mit der einzigen Wirkungskategorie Klimawandel.

Bei der Erstellung einer Klimabilanz für Ihr Produkt werden zuerst Systemgrenzen festgelegt und einheitliche Kriterien zur Integration und dem Ausschluss von Prozessen definiert („Cut-Off-Kriterien“). Anschließend werden die Treibhausgasemissionen der einzelnen Prozessschritte gemessen und im Klimabericht zusammengefasst.

Die AUDIT GmbH unterstützt Sie bei der Datenerhebung und bewertet die Informationen auf Plausibilität und Qualität. Sofern eine direkte Messung nicht möglich oder mit sehr hohem Aufwand verbunden ist, erfolgt die Bestimmung der Treibhausgasemissionen mit Emissionsfaktoren aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen und internationalen Umweltdatenbanken.

In der Wirkungsabschätzung werden die genutzten Ressourcen Ihres Unternehmens von der AUDIT GmbH mit einer speziellen Softwarelösung in Treibhausgasemissionen umgerechnet. Die Auswertung umfasst zudem eine Bewertung der Unsicherheiten, Einschränkungen und Schlussfolgerungen. Abschließend erfolgt eine integrierte Überprüfung zur Qualitätssicherung.

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